Auf den ersten Blick fällt beim Betreten eines Lagers oder eines Lagerplatzes nicht die Menge ins Auge, sondern der Zustand. Bei einer Charge Metallmaterial ist die Art der Lagerung der direkteste Informationsträger. Die Informationen, die sie vermittelt, sind weitaus zuverlässiger als alles, was der Abfallerzeuger zu sagen hat. Erst nach jahrelangen Besuchen in verschiedenen Fabriken habe ich diese Logik wirklich verstanden.

Der Zustand der Lagerbestände spiegelt das Niveau der Materialwirtschaft wider
Auf dem Weg nach Huanggang, um eine Ladung Kupferschlamm abzuholen, der bei der Aufbereitung von Galvanikabwässern anfällt, fiel mir beim Betreten des Geländes auf den ersten Blick auf, dass sich am Boden der Gewebesäcke Spuren von auslaufender Flüssigkeit zeigten, deren Farbintensität ungleichmäßig war. Mehrere Stapel Material waren nebeneinander aufgeschichtet, jedoch gab es keine Kennzeichnung der einzelnen Chargen.
Diese drei Details vermitteln in ihrer Gesamtheit eine entscheidende Botschaft: Der Wassergehalt ist zu hoch, verschiedene Chargen wurden vermischt, und der Abfallerzeuger hat die Eigenschaften dieser Materialcharge nicht systematisch verwaltet. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dieser Kupferschlammcharge um die in drei bis vier Monaten angesammelte Menge handelte, wobei in diesem Zeitraum die Rezeptur der Abwasseraufbereitungschemikalien einmal geändert worden war. Die Änderung der Rezeptur wirkte sich direkt auf die Zusammensetzung und den Feuchtigkeitsgehalt des Kupferschlamms aus; obwohl beide Chargen äußerlich gleich aussahen, handelte es sich tatsächlich um zwei Materialarten mit nicht vollständig identischen Eigenschaften.
Ein chaotischer Zustand bei der Lagerung deutet oft darauf hin, dass auch die Informationen zu den Materialien selbst unübersichtlich sind. Dabei geht es nicht um Fragen der Hygiene, sondern um die Schwierigkeit der Bestimmung sowie um die Entsorgungskosten.
Der Feuchtigkeitsgehalt ist die am wenigsten offensichtliche Variable beim Lagern von Kupferschlamm

Der entscheidende Faktor bei der Preisberechnung für Kupferschlamm ist der Kupfergehalt auf Trockenbasis; vor Ort liegt das Material jedoch in feuchtem Zustand vor. Gemäß den einschlägigen technischen Normen der Kupferverhüttung und der Recycling-Kupferindustrie haben Unterschiede im Wassergehalt des Kupferschlamms erhebliche Auswirkungen auf die Umrechnung des Kupfergehalts auf Trockenbasis. Steigt der Wassergehalt von 30 % auf 60 %, kann sich der tatsächliche Kupfergehalt bei gleichem Gewicht fast verdoppeln.
Was diese Materialcharge aus Huanggang betrifft, habe ich anhand der Prozessparameter der Filterpresse sowie der Aufzeichnungen zur Abwasserbehandlung einen ungefähren Feuchtigkeitsgehalt ermittelt. Nach der Probenentnahme und dem Versand zur Untersuchung warte ich nun auf die Ergebnisse der Trocknungsanalyse, bevor ich die Abrechnung und Preisgestaltung vornehme. Die endgültigen Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der Kupfergehalt auf Trockenbasis um fast acht Prozentpunkte unter der Schätzung des Abfallverursachers liegt und auch der Feuchtigkeitsgehalt höher ist als von diesem angenommen. Die Untersuchungsergebnisse stimmen im Wesentlichen mit meinen vor Ort vorgenommenen Berechnungen überein und bestätigen zudem, dass die aus dem Lagerzustand abgeleiteten Vorhersagen zutreffend waren.

Das Vermischen von Chargen ist die häufigste Quelle für Informationsverzerrungen bei der Recycling-Beurteilung
An den Annahmestellen für Metallschrott kommt es sehr häufig vor, dass Materialien aus verschiedenen Chargen gemischt gelagert werden. Die Abfallerzeuger lagern die Materialien in der Regel nicht nach Produktionschargen oder Entstehungszeiträumen getrennt, da dies die Lagerung für sie vereinfacht. Für den Aufkäufer bedeutet eine Vermischung der Chargen jedoch Unsicherheit hinsichtlich der Zusammensetzung, was wiederum bedeutet, dass eine einzelne Probe nicht den tatsächlichen Zustand der gesamten Charge widerspiegeln kann.
Als ich in Huanggang Probenahmen durchführte, entnahm ich in Bereichen, die sich durch eine deutlich dunklere Farbe auszeichneten, separate Proben, kennzeichnete diese und schickte sie zur Untersuchung, um sie von der Hauptcharge zu unterscheiden. Diese Vorgehensweise mag in den Augen vieler überflüssig erscheinen, doch liefert sie eine direkte datenbasierte Grundlage für die Feststellung von Unterschieden in der Zusammensetzung zwischen verschiedenen Chargen und dient als wichtige Referenz für die anschließende Preisgestaltung sowie die Ausarbeitung von Entsorgungsmaßnahmen.
Das Mischen und Stapeln verschiedener Chargen ist nicht unbedingt ein Problem, muss jedoch erkannt werden; andernfalls würden durch die einheitliche Behandlung von Materialien unterschiedlicher Beschaffenheit sowohl die Effizienz der Aufbereitung als auch der Wiederverwertungswert beeinträchtigt.

Einige praktische Aspekte zur Beurteilung des Stapelzustands
Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Fabriken bin ich der Meinung, dass die Beurteilung des Zustands von Metallmaterialstapeln mindestens folgende Aspekte umfassen sollte: den Zustand der Lagerbehälter und das Vorhandensein eventueller Undichtigkeiten, die Gleichmäßigkeit des Materialaussehens, die Lesbarkeit der Chargenkennzeichnung sowie mögliche Auswirkungen der Lagerumgebung auf die Materialeigenschaften.
Anhand einer Sichtprüfung und grundlegender Branchenerfahrung lässt sich bereits eine erste Einschätzung vornehmen, ohne dass dafür Prüfgeräte erforderlich sind, und zwar in Bezug auf diese vier Aspekte. Zusammen bilden sie die erste Stufe der Informationsauswertung nach der Anlieferung. Diese Stufe ermöglicht eine besonders schnelle Bearbeitung und liefert Ihnen bereits vor Vorliegen der Prüfdaten eine verlässliche Einschätzung des Komplexitätsgrades dieser Materialcharge.

Der Zustand der Stapel lässt sich präzise und fehlerfrei erkennen, wodurch die Entscheidungsgrundlage auf einem hohen Niveau liegt und somit jeder nachfolgende Schritt auf einer soliden Informationsgrundlage aufbauen kann.
An alle, die im Bereich der Metallabfallentsorgung tätig sind, sowie an alle, die sich mit der Entsorgung von gefährlichen und festen Abfällen beschäftigen: Ich freue mich über Ihre Kommentare und den Austausch über praktische Probleme, auf die Sie bei der Kaufentscheidung stoßen.















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